Umweltbilanz im Check

Lesen findet immer häufiger digital statt, jeder vierte Deutsche greift mittlerweile zum E-Book. Die benötigen zwar Strom, verhindern aber – zumindest beim Einsatz von Frischfaserpapier – Abholzen von Bäumen und den Einsatz von Druckfarbe und viel Wasser. Aber sind elektronische Bücher unterm Strich umweltfreundlicher als die gedruckten aus Papier? Unterm Strich ja: Die elektronische Lektüre verbraucht 9,66 kg CO2 während ein Buch mit 1,09 kg CO2 gegenüber steht. Erfahren Sie, wann das E-Book die Umwelt schont und unter welchen Umständen man besser zum Buch greift.

Ab neun Büchern in drei Jahren
rentiert sich ein E-Book-Reader!

Grundsätzlich haben Buch und Elektronik etwas gemeinsam: Die größten Auswirkungen für die Umwelt entstehen bei der Produktion. Während die Papierherstellung Abholzung fördert und organische Kohlenstoffe ins Abwasser entlässt, müssen für E-Book-Reader und Tablets zunächst Mineralien gefördert werden – mit den bekannten Folgen wie die Freisetzung von Schwermetallen im Boden und Giften bei der Herstellung.

Der Transport von China nach Deutschland verursacht zwar mehr als die dreifache Menge Emissionen, macht aber in der Gesamtbe­rechnung nur einen unwesentlichen Unterschied.

Bei der Nutzung liegen die Bücher weit vorn, obwohl noch nicht eingerechnet ist, dass ein Buch von mehreren Personen gelesen werden kann, während die Übertragung von elektronischem Lesestoff auf andere E-Book-Reader nicht ohne Weiteres möglich ist.

Nach Ablauf der Nutzungsdauer wird deutlich, dass nur beim Buch ein wirklicher Kreislauf festzustellen ist, denn es verbleibt entweder im eigenen Bücherregal, wird an andere Leser weitergegeben oder es kann über das Duale System zu Recyclingpapier weiterverarbeitet werden. Beim E-Book-Reader gibt es in diesem Punkt einige Fragezeichen, denn der Großteil aller elektronischen Geräte wandert jährlich in den Müll. Nur ca. 17 Prozent des weltweit anfallenden Elektroschrotts wurden im Jahr 2019 gesammelt und recycelt, womit die Emission von 15 Millionen Tonnen CO2 verhindert werden konnte. Denn Wertstoffhöfe können heute das in den Lesegeräten enthaltene Kupfer und andere Edelmetalle fast vollständig zurückgewinnen und auch die Plastikbestand­teile separieren und eine umweltverträgliche Entsorgung gewährleisten.

Quellenangabe: Alexander Dallmus (09.4.2020). Wie umweltfreundlich sind E-Books? Übernommen vom Magazin Print Kompress No. 4, www.apenberg.de

Der CO2-Fußabdruck von Print

Print ist eine sehr saubere Sache

Der Bundesverband Druck und Medien (bvdm) hat berechnet, wie viel Kohlendioxid die produzierende Druckindustrie in Deutschland emittiert. Das Ergebnis: Der CO2-Wert aller Druckerzeugnisse in Deutschland macht weniger als ein Prozent des Fußabdrucks aus, den eine Person hierzulande pro Jahr hinterlässt.

Mit seiner Berechnung entkräftet der bvdm zahlreiche nicht evidenzbasierte Vorwürfe und Vorurteile, die Druckindustrie arbeite nicht nachhaltig. Tatsächlich dürften Druckerzeugnisse zu den nachhaltigsten Kommunikations­instrumenten gehören.

„Wir sind es leid, völlig unsinnigen Vorwürfen ausgesetzt zu sein“, begründet Julia Rohmann, Projektleiterin der Klimainitiative der Druck- und Medienverbände, die umfangreiche Unter­suchung, „zumal die Druckindustrie seit mehr als 10 Jahren so nachhaltig und transparent arbeitet wie kaum eine andere“.

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